Sanfte Abkühlung und Nährstoff-Kick für die Wurmkiste
Hohe Temperaturen wie wir sie in den letzten Wochen hatten, stellen Kompostwürmer vor Herausforderungen. Während optimale Bedingungen für den Riesenrotwurm (Eisenia hortensis) zwischen 15 °C und 25 °C liegen, führt anhaltende Hitze ab 30 °C zu erheblichem Stress für das Mikroklima im Wurmkomposter. Eine effektive Methode, um die Temperatur sanft zu senken und gleichzeitig hochwertiges Futter bereitzustellen, ist das sogenannte Wurm-Eis.
Warum gefrorenes Futter im Sommer sinnvoll ist
Gefrorene Rüstabfälle bietet im Sommer zwei entscheidende Vorteile:
- Temperaturregulierung
Die Wärme die das Wurm-Eis zum Schmelzen braucht entzieht dem Wurmkomposter aktiv Hitze und senkt die Innentemperatur der Wurmkiste punktuell und kontrolliert ab. - Schnellere Zersetzung
Durch das Mixen und anschliessende Einfrieren sind die Rustabfälle kleingehackt und haben eine grosse Oberfläche. Nach dem Auftauen ist das Material weich, wodurch Mikroorganismen und Kompostwürmer das Futter deutlich schneller abbauen können.
Schritt-für-Schritt-Anleitung: Wurm-Eis herstellen
Ein Wurm-Eis ist mit wenig Geräten und Aufwand schnell gemacht.

Benötigte Zeit:
10
Minutes
Kosten:
0
CHF
Benötigte Geräte:
Benötigtes Material:
So wird Wurm-Eis hergestellt

Sammle geeignete pflanzliche Küchenabfälle (z. B. Gurkenschalen, Melonenschalen, Salatblätter oder Beerenreste). Gibt die Rüstabfälle zusammen mit etwas Wasser in einen Behälter oder in den Mixer.

Gib etwa 2dl Wasser zu den Rüstabfällen. Zerkleinere das Material mit einem Pürierstab oder Mixer. Es soll ein Brei entstehen. Sind noch gröbere Stücke übrig, so stören diese nicht. Aber je feiner die Abfälle püriert sind, desto homogener friert die Masse durch.

Gib die pürierte Masse in eine gefrierfeste Form (z. B. eine alte Silikonform, einen Eiswürfelbehälter oder eine kleine Tupperware-Dose). Stelle die Form für einige Stunden in den Gefrierschrank, bis das Wurm-Eis vollständig durchgefroren ist.

Lege das gefrorene Wurm-Eis zielgerichtet in die Kiste:
Nicht vergraben: Lege den Eisblock auf die Oberfläche oder leicht in die oberste Schicht der Zellstoff-Abdeckung.
Rückzugsorte lassen: Platziere das Eis stets nur in einer Ecke der Wurmkiste. So können die Kompostwürmer selbst entscheiden, wie nah sie an die kühle Zone herankommen möchten.
Menge anpassen: Ein kleiner Eisblock (ca. 100–200 g) reicht für eine Wurmkiste völlig aus, um Kälteschocks zu vermeiden. Bei grösseren Wurmkompostern wie dem UrbanWormBag kannst du auch zwei Wurm-Eisblöcke hineingeben.
Video-Anleitung: Wurm-Eis in der Praxis
In unserem kurzen Clip siehst du die Zubereitung und Anwendung des Wurm-Eis für deine Kompostwürmer direkt in der Praxis:
Wichtige Tipps für heisse Tage
- Staunässe vermeiden: Beim Auftauen wird Feuchtigkeit frei. Achte darauf, dass ausreichend Kartonage oder Zeitungsschnipsel untergemischt sind, um überschüssige Flüssigkeit zu binden.
- Kühlakkus als Alternative: Wenn du bereits ausreichend Futter in der Kiste hast, kannst du alternativ einen handelsüblichen Kühlakku – in ein feuchtes Haushaltspapier gewickelt – auf die Abdeckung legen.
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