Dass die Wälder eine zentrale Rolle beim Klimaschutz spielen, muss man heute niemandem mehr erklären. Bäume nehmen das Kohlenstoffdioxid (CO₂) aus der Atmosphäre auf und bilden daraus Holz. Bei der Speicherung von Kohlenstoff spielt noch ein weiterer Teil der Bäume eine wichtige Rolle: das Laub.

Im Herbst, wenn die Laubwälder zu einem bunten Gemälde in den Farben Gelb, Rot und Braun werden, fällt zum Schluss das Laub auf den Waldboden. Während das grüne Chlorophyll nicht mehr in den Blättern vorhanden ist, sind diese immer noch reich an Kohlenstoffverbindungen.

Jetzt kommt der grosse Auftritt der Zersetzer, welche auf und in den Böden leben. Für sie ist das Laub die Hauptspeise. Dank ihnen bleiben in den Wäldern keine zentimeterhohen Laubschichten liegen. Zu diesen Bodenlebewesen zählen vor allem die Regenwürmer wie der Kompostwurm, aber auch Fadenwürmer, Milben, Asseln und eine grosse Vielfalt an Bakterien und Pilzen.

Sie wandeln das Laub in frische Erde um und speichern dabei den Kohlenstoff. Dieser wird damit im Boden gebunden und gelangt nur noch schwer in die Atmosphäre. Wie alle Lebewesen sind auch die Bodenlebewesen dabei auf Sauerstoff, genügend Wasser und die richtigen Temperaturen angewiesen.

Welchen grossen Einfluss insbesondere die im Boden vorhandene Feuchtigkeit hat, zeigt die Nano-Sendung von 3Sat in ihrer Ausgabe vom 17.10.2022. Die Filmemacher begleiten Frank Hagedorn vom WSL dabei in den Wald.

Zur Person

Frank Hagedorn

Frank Hagedorn

Senior Researcher WSL

Frank Hagedorn leitet die Forschungsgruppe Biogeochemie bei der Eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL. Seine Gruppe untersucht die Einflüsse des Klimawandels und veränderter Landnutzung auf die Zusammensetzung von organischem Material und Nährstoffen speziell in Wäldern und alpinen Ökosystemen.

Mithilfe einer Mischung von Wasser und Senfpulver werden auf einer Versuchsfläche die im Boden lebenden Regenwürmer an die Oberfläche getrieben. Auf den bewässerten Flächen finden sich deutlich mehr Regenwürmer als bei trockenen Stellen.

Direkt damit verbunden ist der Gehalt an Kohlenstoff im Boden. Bei feuchten Böden, mit einer grossen Anzahl Regenwürmer, ist dieser dunkelbraun bis schwarz. Der Boden hat eine grosse Menge Kohlenstoff gespeichert. Anders die trockenen Böden mit nur wenige Würmer. Sie sind viel heller und haben weniger Kohlenstoff eingelagert.

Author Alain

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